Kinder- und Jugendschutz

Kinder und Jugendliche erfolgreich schützen

Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ist ein hoch brisantes und problematisches Thema. Insbesondere Einrichtungen, die mit jungen Menschen arbeiten, werden immer häufiger mit dieser Thematik konfrontiert - mitunter auch durch Übergriffe in den eigenen Reihen. Nicht selten kommt es vor, dass sich gerade potenzielle TäterInnen sozial und ehrenamtlich engagieren, und sich somit das Vertrauen der Eltern bzw. der Kinder und Jugendlichen erschleichen.

Es ist davon auszugehen, dass 90% der Misshandlungen an Kindern und Jugendlichen im sozialen Nahraum passieren, das heißt durch Personen, die im direkten Kontakt mit dem Kind stehen (Eltern, Lehrer, Trainer, Verwandte, etc.).

Zahlen - Daten - Fakten

  • Ca. 14.000 Fälle von sexuellem Missbrauch Minderjähriger wurden 2011 in Deutschland in der polizeilichen Kriminalstatistik erfasst.
  • Die Dunkelziffer sexuellen Missbrauchs wird 10- bis 20-mal höher geschätzt.
  • Ca. jedes vierte bis fünfte Mädchen und jeder achte bis zehnte Junge unter 18 ist betroffen. Viele Fälle werden erst später oder gar nicht bekannt.
  • Die Opfer befinden sich in jeder Altersstufe.
  • Eine Vielzahl der Opfer wird mehrfach missbraucht.
  • Die TäterInnen kommen zu ca. 2/3 aus dem bekannten Umfeld des Opfers.
  • Die TäterInnen sind zu 85-90 % männlich.
  • Die TäterInnen kommen kulturübergreifend aus allen gesellschaftlichen Schichten.
  • Die TäterInnen kommen aus allen Altersgruppen (ca. 1/4 bis 1/3  sind unter 21 Jahre alt).
  • Sie sind meist WiederholungstäterInnen.

Was ist eigentlich mit sexueller Gewalt gemeint?

Sexuelle Gewalt tritt in ganz unterschiedlichen Formen und Abstufungen auf. Dabei kann man grob zwischen folgenden Formen sexueller Gewalt unterscheiden:

  • Ohne Körperkontakt:
    Anschauen von Pornos; Exhibitionismus; beim Duschen zuschauen; sexualisierte Sprache
  • Mit "geringem" Körperkontakt:
    Zungenküsse; Brust anfassen; Klaps auf den Po; Versuch, die Genitalien zu berühren
  • Mit sehr intensivem Körperkontakt:
    Zwang zu sexuellen Handlungen; anale, orale oder genitale Vergewaltigung

Sexuelle Übergriffe geschehen nicht aus Versehen, sondern werden von TäterInnen meist gezielt vorbereitet. Bei den TäterInnen/MissbraucherInnen handelt es sich oft um MehrfachtäterInnen, die sich in der Regel nicht nur an ein einem Opfer missbrauchen/vergehen.

Sexuelle Gewalt - auch ein Thema im Sport

Der Sport ist ein Spiegel unserer Gesellschaft. So wie sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in allen gesellschaftlichen Bereichen vorkommt, so begegnen uns Grenzverletzungen, sexuelle Übergriffe und sexueller Missbrauch auch im Sport.

Schlimmer noch: Täter und Täterinnen suchen gezielt Situationen, in denen sie auf leichte und unkomplizierte Weise Kontakte mit Kindern und Jugendlichen aufbauen können. Die körperliche und emotionale Nähe, die im Sport entstehen kann, birgt die Gefahr, dass sich TäterInnen genau mit dieser Intention in Sportvereine begeben.

Die Formen sexueller Gewalt im Sport unterscheiden sich nicht von den Formen in anderen Bereichen. Im Sport gibt es jedoch Faktoren, die sexuelle Gewalt begünstigen können, z. B.:

  • die sportlichen Aktivitäten per se, da diese sehr körperzentriert sind,
  • der Körperkontakt, der oftmals nötig ist,
  • die spezifische Sportkleidung,
  • die "Umzieh- und Duschsituationen",
  • die Rahmenbedingungen, wie Fahrten zu Wettkämpfen mit Übernachtungen.

Das Besondere an Sportvereinen ist darüber hinaus die Tatsache, dass es oft Situationen gibt, in denen TrainerInnen und SportlerInnen alleine sind, beispielsweise nach dem Spiel in der Halle oder bei zusätzlichem Einzeltraining. Durch diese abgeschirmten Situationen ohne Zeugen kann der/die TäterIn die Handlung einfach leugnen oder die "Schuld" dem Opfer zuweisen. Wichtig ist deshalb eine hohe Sensibilität und Wachsamkeit gegenüber jeglichen Vorkommnissen, die auf mögliche sexuelle Grenzüberschreitungen schließen lassen.

Verunsicherung und Überforderung sind oftmals die Gründe dafür, dass Beschwerden oder Verstöße innerhalb des Vereins nicht angemessen bearbeitet und manchmal sogar abgeblockt werden. Doch dies wiederum erleichtert TäterInnen den Zugang zu den Kindern und Jugendlichen. Gefragt ist daher eine Kultur der Aufmerksamkeit und des Handelns - denn nur so können wir im organisierten Sport ein Klima schaffen, das Betroffene zum Reden ermutigt und gleichzeitig potentielle TäterInnen abschreckt. Denn außer Frage steht: Sportvereine sollen sichere Orte für alle Mädchen und Jungen sein!

Doch nicht bei uns?!

Beispiele sexueller Übergriffe und Gewalt im Sport:

  • Sexistische Sprüche und Witze, die die Atmosphäre in Trainingsgruppen bestimmen und ein Klima für Übergriffe begünstigen können
  • Distanzlose, anzügliche Bemerkungen, Gesten und Blicke
  • Übergriffe exhibitionistischer Art, angefangen mit dem Tragen von unpassender, provozierender Sportbekleidung, die unerwünschte Einblicke gewährt
  • Grenzverletzung bei Kontrolle der Sportkleidung
  • Scheinbar unabsichtliche körperliche Berührungen/Übergriffe bei der Hilfestellung
  • Verletzungen der Intimsphäre durch Eindringen in Umkleiden und Duschen
  • Gezielte körperliche Berührungen zur eigenen sexuellen Erregung, d. h. direkte Formen sexueller Gewalt bis hin zu Vergewaltigung

Links zum Thema

Hier haben für euch weitere Links rund um das Thema Kinder- und Jugendschutz zusammengestellt.

Deine Ansprechpartnerin beim Bayerischen Volleyball-Verband

Solltest du Opfer von sexueller Gewalt geworden sein oder Fragen zum Thema haben, dann kannst du dich jederzeit an den BVV wenden. Deine Ansprechpartnerin ist:

Elke Baumgärtner
E-Mail: psgvolleyball.bayern

Ihr könnt euch auch telefonisch in der Geschäftsstelle bei Anna Tischer melden (Tel. 089/4613368-0). Sie leitet deine Kontaktdaten dann an Elke Baumgärtner weiter. Sie meldet sich dann zeitnah bei Dir.

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