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19.06.2018 15:59
Stellungnahme von BVV-Präsident Klaus Drauschke

Nach dem DVV-Hauptausschuss am vergangenen Wochenende wendet sich BVV-Präsident Klaus Drauschke in einem offenen Brief an die Mitglieder des Bayerischen Volleyball-Verbandes.

Liebe bayerische Volleyballerinnen und Volleyballer,

der Vorstand des DVV unter Führung von Thomas Krohne ist beim Hauptausschuss am vergangenen Wochenende zurückgetreten. Der neue Vorstand wird von Präsident René Hecht (Präsident des Volleyball-Verbandes Berlin, deutscher Rekordnationalspieler, Träger des Volleyball-Awards) angeführt. Im Namen des BVV bedanke ich mich bei Thomas Krohne und seinem Team für die geleistete wertvolle Arbeit.

Das Projekt „VolleyPassion“ mit der Volleyball-Card als bundesweites Angebot des zurückgetretenen DVV-Vorstandes hat das Ziel, neue Mitglieder zu gewinnen, neue Finanzen zu erschließen und einen neuen bundesweiten Service für die Volleyballerinnen und Volleyballer anzubieten. Es stand am vergangenen Wochenende beim Hauptausschuss des DVV zum wiederholten Mal im Zentrum.

Die Länder - auch der BVV -  sehen in „VolleyPassion“ mit der DVV-Card weiterhin eine innovative und zukunftsorientierte Entwicklungschance für Volleyball-Deutschland, die unbedingt genutzt werden sollte.

In einer ersten Stufe hatten sich die Länder vor einiger Zeit schon bereit erklärt, einer vom DVV geforderten Registrierungspflicht für (Pass-)Spielerinnen und Spieler im DVV Portal „VolleyPassion“ zuzustimmen. Auf der Basis der neuen Europäischen Datenschutzgrundverordnung ist gesichert, dass mit der verbindlichen (kostenlosen) Registrierung eine verbindliche (kostenlose) Kopplung an die Spielberechtigung erfolgen kann. Bei der Registrierung hat jeder Spieler/jede Spielerin die Möglichkeit, zu entscheiden, ob der DVV die Daten weitergeben darf oder nicht. Dieses System wird auch bei der neuen DVV-Vorstandschaft Bestand haben und bis zur Praxisreife weiterentwickelt werden. An der Umsetzung wird derzeit noch fieberhaft gearbeitet. In die zuständige Arbeitsgruppe sind von bayerischer Seite Tom Gailer und Andi Sachs eingebunden. Der Startschuss für die kostenfreie und verpflichtende Registrierung im DVV-Portal „VolleyPassion“ sollte zum 01.07.18 fallen. Auf Grund einiger technischer Probleme wurde der Start jedoch noch einmal verschoben. Ein neuer Termin soll in Kürze veröffentlicht werden.

Der zurückgetretene Vorstand des DVV hatte allerdings als zweite Stufe gefordert, die Registrierung und Kopplung an die Spielerlaubnis mit einer Kostenpflicht zu verbinden, sodass neben der Pflicht zur Registrierung auch die Pflicht, Kosten zu bezahlen, gekommen wäre. An der Kostenpflicht hatte sich zwischen dem zurückgetretenen DVV-Vorstand und den Ländern ein Dissens entzündet, der zum Rücktritt des Vorstands unter Thomas Krohne geführt hat. Der zurückgetretene DVV-Vorstand wollte die Kostenpflicht um jeden Preis. Die Länder haben von Beginn an vor der Kostenpflicht mit der Kopplung an die Spielberechtigung gewarnt und eine Zahlung beim freiwilligen Erwerb der DVV-Card favorisiert. Die Rückmeldungen aus den Ländern zur Kostenpflicht waren allesamt mit großen Befürchtungen verbunden, weitere Mitglieder, Ehrenamtliche, Vereine und Mannschaften in den Freizeitbereich zu verlieren. Die Entscheidung sollte im Hauptausschuss am vergangenen Wochenende getroffen werden. Die Länder haben mit überwiegender Mehrheit die Kostenpflicht - durch vorherige Rückversicherung bei ihren Gremien an der Basis - negativ bewertet und waren nicht für die Einführung einer Kostenpflicht zu gewinnen. Die Rückmeldungen aus den Ländern sind dem DVV bereits im Vorfeld bekannt gewesen. Denn selbst persönliche Anwesenheit und Fürsprache von Mitgliedern des zurückgetretenen DVV-Vorstands bei Veranstaltungen in verschiedenen Ländern konnten dort die ablehnende Grundeinstellung der Vereine nicht verändern.

Beim Hauptausschuss hat der DVV-Vorstand unter Thomas Krohne dann seine Anträge zur Einführung der Kostenpflicht zurückgezogen. Anschließend hat jedes Vorstandsmitglied sein Amt demonstrativ niedergelegt und den Tagungsraum verlassen, ohne den Vertretern der Landesverbände die Möglichkeit einer Aussprache zu gewähren. Danach wurde der Hauptausschuss – ohne den zurückgetretenen DVV-Vorstand – ordnungsgemäß durchgeführt. In diesem Zeitraum sind bereits Informationen und Schriftstücke zum Rücktritt in den sozialen und anderen Medien mit teils inakzeptablen Vorwürfen an die Landesverbände aufgetaucht und breit gestreut worden. Ein Beispiel aus dem Handelsblatt: „Der Deutsche Volleyball-Verband ist im Chaos gelandet. Im Dauerstreit mit einer Mehrheit der Landesverbände über die künftige Ausrichtung des DVV entschloss sich der Vorstand um Präsident Thomas Krohne zum Rücktritt.“ (Handelsblatt)

Ich will auf die unhaltbaren Vorwürfe nicht detailliert eingehen, nur Folgendes dazu bemerken: Leider war es nicht möglich, unterschiedliche Auffassungen und Defizite zwischen dem vormaligen DVV-Vorstand und den Ländern bezüglich Transparenz, Kommunikation und Vertrauen im gegenseitigen Umgang auszuräumen. Der BVV wird sich weiterhin mit Sachlichkeit und fachlicher Expertise in der Weiterentwicklung von Volleyball in Bayern und Deutschland engagieren.

Der DVV ist nicht im Chaos gelandet. Er wäre im Chaos gelandet, wenn die ursprüngliche Forderung des Teams um Thomas Krohne, eine verbindliche und kostenpflichtige DVV-Card auch für Trainer, Ehrenamt und Jugend einzuführen, Wirklichkeit geworden wäre. Die Landesverbände als der Souverän funktionieren gottseidank auch als Kontrolle des DVV.

Am Ende des Hauptausschusses gab es erfreulicherweise wieder eine vollständige Führungsmannschaft, die vom BVV uneingeschränkt unterstützt wird. DVV-Vorstand und Länder waren sich selten so einig wie zurzeit – ein gutes Zeichen für die Zukunft des Volleyballs in Deutschland.

Klaus Drauschke

Präsident des BVV

München, 18. Juni 2018

Kategorie: BVV-News

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